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DIY, Heimwerken
30. Juni 2018 | Aktualisiert:

Großer Sandkasten: Ein mit Unkrautvlies ausgekleidetes Loch im Garten wird zum Buddel-Paradies. So wie auf einem öffentlichen Spielplatz.

Sandkasten – mit Sand aber ohne Kasten: So wird ein großes Loch im Garten zum Buddel-Paradies für Kinder! Foto: familienfuchs

Die Zeit war nun reif um unseren Kindern einen neuen und großen Sandkasten zu spendieren. Die bisherige Sandkiste war nur etwa einen Quadratmeter groß und die Kleinen hatten nicht wirklich Freude daran. Außerdem konnten sie nur etwa 20 Zentimeter tief buddeln. Viel zu wenig für unsere bald drei und fünf Jahre alten Kids.

Da Opa bereits ein riesiges Spielhaus mit Spielturm aus Holz selbst gebaut hat, musste nun natürlich noch die dazu passende Buddel-Landschaft her, um den eigenen Spielplatz zu komplettieren. Deshalb entschlossen wir uns keine handelsübliche Sandkiste aus Holz zu kaufen. Wir wollten lieber einen Sandkasten in den Boden einlassen. Sprich: Wir buddelten „einfach“ ein großes Loch und schütteten Sand rein. Erstaunlicherweise ist diese Lösung sogar ziemlich günstig, wenn man ein paar Dinge beachtet. Dazu später mehr.

Das schöne ist, dass man die Kinder in den Bau hervorragend mit einbeziehen kann. Deine Kleinen werden anschließend richtig stolz sein, dass sie mitgeholfen haben.

Wir möchten nun hier schildern, wie man einen Sandkasten selber bauen kann, was es zu beachten gibt und welchen Fehler wir beim Anlegen gemacht haben!


Das benötigst du für die Sandkiste

  • Spaten
  • Schaufel
  • Gummihammer
  • Anhänger oder Schubkarre
  • Sandkastenvlies
  • Erdanker
  • Sand 😉

Unkrautvlies auf Rollen um das Loch für den Sandkasten auszukleiden.

Sand- und Unkrautvlies-Rechner

Mit diesem Rechner, den wir für dich programmiert haben, kannst du genau herausfinden wie viel Sand du für den Sandkasten benötigst. Dabei haben wir eine Dichte von 1,32 Kilogramm für einen Liter Sand angenommen. Dies ist das spezifische Gewicht für gewaschenen Sand mit der entsprechenden Körnung, welche für Sandkisten genommen werden sollte. Einen guten Überblick über die Schüttgewichte gibt es hier.

Außerdem gibt der Rechner die optimale Menge des Unkrautvlieses aus. Dabei werden bereits zehn Prozent Verschnitt einkalkuliert! Bedenke, dass die Sandkastenvlies-Bahnen überlappt verlegt werden sollten. Dazu später mehr.

Mengenrechner
Eckiger Sandkasten / Sandgrube
Runder Sandkasten / Sandgrube

Länge: Zentimeter

Breite: Zentimeter

Buddeltiefe: Zentimeter




So legst du den Sandkasten an

Ein großes Loch graben

Als erstes musst du ein Loch graben. Es ist dabei natürlich hilfreich, sich vorher einen genauen Plan zu machen. Wie groß soll das Sand-Paradies werden? Wer liefert mir den Sand? Wie tief sollen die Kinder später graben können? Wie viel Erde fällt dann überhaupt beim Ausheben an? Wo wird man diese später los?

Das Loch für den Sandkasten.
Für den Sandkasten muss zuerst ein Loch ausgehoben werden. Foto: familienfuchs

Dazu ein kleines Beispiel:

Sollen die Kinder später 40 Zentimeter tief buddeln können und der Sandkasten soll 3×3 Meter groß sein, fallen bereits 3,6 Kubikmeter Erde/Rasen an!

Bevor es mit dem Buddeln los geht, solltest du den Umriss mit einer Schnur legen. So bekommst du ein Gefühl für Form und Größe. Auch sollten Spielgeräte berücksichtigt werden. Vielleicht wird der Sandkasten so groß, dass die Kinderschaukel darauf stehen kann? Oder soll die Rutsche an der Sandkiste enden, damit die Kleinen weich fallen?

Eine Drainage

Damit sich das ganze nicht in ein Sand-Matschepampe-Loch verwandelt, solltest du eine Drainage anlegen. Das geht am einfachsten mit Kies.

Für eine trockene Sandkiste: Mit Kies wird eine Drainage in der Mitte eines Lochs hergestellt.
Trockenes Buddel-Paradies: Mit Kies wird eine Drainage in der Mitte des Lochs erstellt. Foto: familienfuchs

In der Mitte wird die Grube etwas tiefer ausgehoben und mit den Steinen aufgefüllt. So kann das Regenwasser viel schneller abfließen.

Hygiene: Ein Feuchtbiotop sollte vermieden werden!

Nach einem Regenschauer kann der Sand schneller trocknen und ist nicht so anfällig für Staunässe. So vermeidest du ein unhygienisches Feuchtbiotop in dem sich kleine Tierchen und Unkraut wohlfühlen würden.

Umrandung für den Sandkasten

Es gibt etliche Möglichkeiten für die Sandkasten-Umrandung. Als Materialien kommen Steine, Holz- oder Kunststoff-Palisaden, Baumstämme und vieles mehr in Frage. Mit einer Abgrenzung soll vermieden werden, dass zu viel Sand auf den Rasen oder andere anliegende Bereiche geschleppt wird. Außerdem wird die Rasenpflege dadurch erleichtert.

Eine Umrandung ist jedoch keine Pflicht. In unserem Fall haben wir darauf komplett verzichtet. Bei unseren Rabauken bleibt der Sand ohnehin nicht an Ort und Stelle. Daher haben wir das Loch bis zur Rasenkante mit Sand aufgefüllt.

Auskleiden mit Sandkastenvlies

Damit später kein Unkraut im Sand-Paradies wuchert, muss das Loch mit einem Vlies ausgekleidet werden. Außerdem verhindert es, dass sich die Erde mit dem Sand vermischt.

Das Loch wird mit Sandkastenvlies-Bahnen ausgekleidet. Das Unkrautvlies wird mit Erdankern im Boden fixiert.
Das Loch wird mit Sandkastenvlies-Bahnen ausgekleidet. Foto: familienfuchs

Unkrautvlies ist in unterschiedlichen Grammaturen erhältlich. In der Regel ist die Folie zwischen 50 und 150 Gramm pro Quadratmeter schwer. Bei unserem Sandkasten haben wir uns für 150 Gramm pro Quadratmeter entschieden. Also eine recht feste Folie, damit auch ja nichts durchwächst!

Sandkastenvlies: Bitte die Seitenwände nicht vergessen!

Das Sandkastenvlies sollte auch an den Seitenwänden bis zur Rasenkante hochgelegt werden. Leider hatten wir für unsere monströs große Sandkiste etwas zu wenig Folie bestellt. Bei der Berechnung der benötigten Menge vergaßen wir die Seitenwände. Das kann dir nun mit unserem Mengenrechner (siehe oben) nicht passieren!

Schutz vor Unkraut im Sandkasten: Das Unkrautvlies von GardenFlora wird mit leichter Überlappung verlegt und mit Erdankern fixiert.
Das Unkrautvlies (hier von GardenFlora) wird mit leichter Überlappung verlegt und mit Erdankern fixiert. Foto: familienfuchs

Die Folie wird mit leichter Überlappung im Loch verlegt. Fixiert wird das ganze mit Erdankern. Die Kunststoff-Anker werden einfach durch die Folie gesteckt. Der Gummihammer hilft bei der Fixierung.

Erdanker um Vlies für den Sandkasten zu befestigen

Den Sandkasten befüllen

Nun muss die Grube nur noch mit dem richtigen Sand befüllt werden. Dabei haben besonders die Kleinen große Freude.

Die mit Unkrautvlies ausgekleidete Grube wird mit Sand befüllt.
Die Kleine kann es kaum erwarten: Zum Schluss kann die Grube mit dem Sand aufgefüllt werden. Foto: familienfuchs

Den Sand sauber halten

Nicht nur Kinder spielen gern in der Sandkiste. Auch Tiere, insbesondere Katzen, werden die neue Buddel-Landschaft gern besuchen kommen. Jedoch wollen sie dort nicht mit Förmchen spielen. Vielmehr werden sie den Sandkasten als Toilette benutzen. Da durch den Kot Krankheiten übertragen werden, sollte der Sand also vor Verunreinigung und Fremdbenutzung geschützt werden.

Abdecknetz

Bewährt haben sich Abdecknetze. Katzen und Hunde können sich dadurch keinen Zutritt verschaffen. Auch hat das Netz Vorteile gegenüber einer Abdeckplane. Eine Plane verhindert nämlich die direkte Sonneneinstrahlung. Diese würde nämlich auf natürlichem Wege den Sand steril halten.

Bepflanzung

Um Katzen und Hunde fern zu halten gibt es auch die Verpiss-dich-Pflanze. Angeblich soll der Duft der „Plectranthus ornatus“, der durch ätherische Öle hervorgerufen wird, abschreckend auf die Vierbeiner wirken. Dies können wir jedoch bisher nicht bestätigen. Wir haben bei uns acht Stück in direkter Nähe eingesetzt.

Auch ist die Pflanze nicht winterhart. Am besten sollte sie in einem Pflanzkübel gepflanzt werden, damit du sie im Winter in die Garage stellen kannst. Falls du noch nach passenden Pflanzgefäßen suchst, lies auch gern unseren Pflanzkübel-Ratgeber.

Worauf beim Sand-Kauf geachtet werden muss erfährst du im folgenden Abschnitt:


Welcher Sand ist der Richtige zum Spielen?

Bausand oder Spielsand für die Sandkiste?

Häufig fragt man sich ob überhaupt sogenannter Spielsand für das Buddel-Eldorado benötigt wird. Diese Frage kann man ganz klar mit „nein“ beantworten! Es gibt eben Sorten von Sand die sich zum Spielen eignen und welche die weniger in Frage kommen. Dies hat etwas mit der Korngröße und der Vorbereitung des Materials (gesiebt, gewaschen) zu tun.

In Deutschland ist es sogar nicht einmal eindeutig per Gesetz geregelt, dass zum Befüllen von Sandkisten als Spielsand deklarierter Sand verwendet werden muss.

Ahnungslosen und besorgten Eltern wird mit Baumarkt-Spielsand das Geld aus der Tasche gezogen!

Es gibt nur einen einzigen Grund den Spielsand als solchen zu deklarieren und mit Warentest-Logos, Tüv-Siegeln und Öko-Gedöns vollzupflastern:

Um ahnungslosen und besorgten Eltern das Geld aus der Tasche zu ziehen!

Verkäufer in Fachgeschäften können durch die Deklaration einen vielfach höheren Preis aufrufen.

Ein schockierendes Rechenbeispiel:

Wir haben für unseren Bausand mit mittlerer Körnung (gewaschen) beim Baustoffhändler um die Ecke für eine Tonne! lediglich 13,21 Euro bezahlt!

Beim Baumarkt bekommt man den 25-Kilogramm-Sack für 1,99 Euro. Das wären dann fast 80 Euro für eine Tonne. Das ist das Sechsfache!

Natürlich kommen noch einmal die Kosten für die Lieferung hinzu. Aber vielleicht gehörst du zu den Glücklichen, die einen PKW-Anhänger besitzen oder leihen können, und somit viel Geld sparen können. Dabei ist jedoch die maximale Ladungsmenge zu beachten, die auf keinen Fall überschritten werden darf.

Fertiger Sandkasten: Der Aushub wird mit Bausand bis zur Rasenkante aufgefüllt.
Ein riesiger Sandkasten im eigenen Garten ist bestimmt der Traum eines jeden Kindes! Foto: familienfuchs

Besitzer des Führerscheins Klasse B dürfen Anhänger mit einer zulässigen Gesamtmasse bis maximal 750 Kilogramm bewegen. Außerdem muss darauf geachtet werden, welches Anhängergewicht in der Fahrzeugzulassung steht

In Baumärkten wird Sand auch in „Big Bags“ verkauft. Das sind Säcke mit einem Kubikmeter Volumen.

Welche Dinge muss man beim Sand für den Sandkasten beachten?

Auch wenn also ohne weiteres herkömmlicher Bausand verwendet werden kann, gibt es doch einige Dinge die beachtet werden müssen.

Die richtige Körnung

Bei Sand sind diese drei Arten geläufig:

  • Feinsand mit einer Korngröße von 0,063 bis 0,2 Millimetern
  • Mittelsand mit einer Korngröße von 0,2 bis 0,63 Millimetern
  • Grobsand hat Körner in der Größe von 0,63 bis 2 Millimetern

Für den Sandkasten sollte auf Mittelsand mit Korngrößen von 0,2 bis 0,63 Millimetern zurückgegriffen werden. Hier sind die Adhäsionskräfte am größten. Das ist wichtig, damit die Bauwerke auch halten. Ansonsten könnten die Kinder schlecht mit Förmchen spielen.

Sand mit oder ohne Lehmanteile?

Hier scheiden sich die Geister. Lehmanteile im Sand haben Vor- und Nachteile. Durch den Lehm im Sand halten die Burgen und anderen Bauwerke deutlich besser. Der entscheidende Nachteil: Der Sand färbt stärker und es entstehen gelbe Flecken in der Kleidung, welche relativ schlecht raus gehen. Auch sind Hände und Füße nach dem Spielen gelb und stärker verschmutzt.

Das solltest du gegeneinander aufwiegen.

Gewaschen muss er sein!

Der Sand sollte unbedingt gewaschen sein. So ist er frei von Verschmutzung und Unrat. Kinder können ihn auch mal bedenkenlos in den Mund nehmen. In der Regel ist es aber normal, dass der Sand gewaschen ist.

Hat dir unser Sandkasten-Ratgeber weiter geholfen? Wir würden uns freuen wenn du diesen Artikel teilen würdest! Hast du Anmerkungen? Schreib uns gern unten im Kommentar-Bereich!

Sandkasten selber bauen – Alle Infos und Tipps für ein riesiges und günstiges Buddel-Paradies
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